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TrueNAS Scale Server bauen

TrueNAS bietet nun seit geraumer Zeit auch statt nur ein auf BSD basierendes System einen Spin an, der unter Debian läuft. SCALE. Da ich dass nicht auf dem Schirm hatte und davon positiv überrascht bin werde ich diese natürlich testen und installieren (zum aktuellen Zeitpunkt ist das schon geschehen). Zur Software kommt dann aber noch ein separater Artikel - hier beschreibe ich erst einmal meine Entscheidung für die Hardware.

Also, dann mal los: ich habe vor einiger Zeit (ca. 1 Jahr) eine gebrauchte Dell Workstation gekauft. Ich hab keinen Plan mehr wie sie hieß, es müsste aber etwas in Richtung T1650 (Xeon E3-1220 v2) gewesen sein. Damals hatte ich schon vor verschiedene NAS Distributionen zu testen, mein Favorit damals war OpenMediaVault. Naja, der komplette Abschnitt hier ist eigentlich ziemlich unwichtig, aber warum erfahrt Ihr jetzt: Während meinem Unfall hat mein Vater einen Serverschrank im den Keller aufgehängt. Es ist aber nur ein kleiner Schrank wie dieser. Da er nur eine Tiefe von ca. 45 cm hat, musste ich dies natürlich bei der Wahl des Gehäuses beachten.

Gehäuse

Entschieden habe ich mich dann für ein Inter-Tech 2U 20240 was dann gefühlt für mehr Probleme sorgte als es löste: Denn in der Beschreibung auf alternate.de stand das ATX Mainboards darein passen würden. Also ja theoretisch auch mein DELL Mainboard. Theoretisch...
Also musste ein neues Mainboard, CPU und Ram her.

Hardware

Nach dem Sammeln einiger Infos viel die Wahl dann auf ein ASRock Rack C3558D4I-4L. Dieses ist ein Mini-ITX Board und passt mit 17 cm Breite in das Gehäuse. Das schöne daran sind: 16W TDP für die CPU, auch ECC Unterstützung und 8x SATA Steckplätze. Hier nun die restliche Teileliste der verbauten Dinge:

2x 256GB Intenso 3812440 2.5" MLC (für das OS, RAID 1)
500 Watt be quiet! Pure Power 11 (Gold Zertifizierung und 6 SATA Stecker)
2x 8GB Kingston HP/Compaq DDR4-2400 ECC DIMM
2x 3TB WD RED HDDs (hatte ich noch rumfliegen)

Das Netzteil passt (erstaunlicherweise, denn es ist ja ein Desktop PC Netzteil /s) nicht ins Gehäuse. Da ich aber bei den 6 SATA Steckern und 80% Gold Zertifizierung bleiben möchte, habe ich mit meinem Vater Winkel aufs Gehäuse gepackt, um das Netzteil außerhalb zu befestigen: (die Hilflösung mit dem Netzteil sieht nicht toll aus, funktioniert aber)

Der Server im Rack

Ebenfalls zu sehen: den HP 2824 Gbit Switch, den mir mein Chef freundlicherweise zum ausprobieren überlassen hat.
Der leere 100Mbit Switch ist damit nur als Platzhalter da.

So sah der Server dann zusammengebaut während der Installation aus:
(FunFact: Ganz links im Bild über dem Telefon befindet sich meine pfSENSE Box 😅)

Installation von TrueNAS

Ein Bild des Netzteil Mounts und dem Einbau im Rack folgt natürlich noch. So sieht es dann auf dem TrueNAS Dashboard aus:

Dashboard

Dann verging etwas Zeit. Ich hatte zunächst vor, meine zwei alten 3TB WD Red Platten im neuen System zu verwenden, dann von meinem aktueller Synology Nas mit zwei 8TB Platten
(hier noch ein kleiner Tipp: das sind White Label [ähnlich zu REDs, auch mit PMR statt SMR] Platten, die ich aus WD My Books ausgebaut habe. Dort wurden nämlich 24/7 Platten verbaut. Bezahlt habe ich damals 150€, also ca. 18,75€/TB. Ich kann nicht sagen ob dies immernoch der Fall ist. Evtl auf r/DataHoarder nachlesen.)
zu migrieren. Dazwischen kam mir aber ein mydealz Deal reingeflattert, der mich auf diese 14TB Server - HDDs aufmerksam machte. Und bereits wenige Minuten später war ich Besitzer von 28TB Brutto auf Enterprise Platten.
Netto habe ich 12,27TB, da der Pool natürlich im Raid 1 läuft.
Eieiei, womit soll ich all das nur füllen? Aber haben ist ja bekanntlich besser als brauchen.

techp0rn

Stromverbrauch

Stromverbrauch

Im eingeschalteten Zustand verbraucht mein Server nur 41 Watt. Also nur marginal mehr als mein aktuelles Nas System (DS216j mit 2x8TB, ca. 35 Watt) und mein Proxmox Server (Ryzen 2200G, ca. 30 Watt).

Fazit

Ich bin SEHR zufrieden mit der Hardware meines Servers - die Kosten betrugen so ca. 1000€, meine Specs kommen aber recht nahe an ein Enterprise System (Xeon, ECC Ram, IPMI Management Board) ran, aber bei sehr viel niedrigerem Stromverbrauch. Würde ich es also so noch einmal kaufen? Ja würde ich.
Zur Software: Da kann ich an dieser Stelle noch recht wenig zu sagen. Es ist toll ein Linux drunter zu haben (z.B. habe ich ncdu als .deb installiert um über die Shell meine Share Auslastung zu sehen, oder ich konnte wie gewohnt mit meiner CheckMK Instanz einen Debian Agenten zum Monitoring verwenden, und wie gewohnt das Auto Update aktivieren).
Zur Bedienbarkeit: über das Subreddit, die (wirklich gute!) Herstellerdokumentation und Youtube Videos (Lawrence Systems kann ich empfehlen!) kam ich bis jetzt immer an mein Ziel. Wer aber ein einfach zu bedienendes System sucht: Finger weg und eher zu QNAP/Synology greifen!

Ausblick

Aktuell spiele ich mit den NFS und SMB Shares herum und muss erstmal mein ganzes Setup vom bestehenden System umziehen. Außerdem teste ich die Installation von Apps wie Syncthing oder Nextcloud.

Autor: peterge