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My Tesla Powerwall 3 setup

Seit Mitte März 2026 habe ich eine Tesla Powerwall 3 bei mir im Keller stehen. In diesem Artikel möchte ich mein erstes vorläufiges PV Setup vorstellen und beschreiben.

Verkabelung, Aufbau, Installation

Zuerst muss ich aber mal den grundsätzlichen Aufbau beschreiben. Die Powerwall steht bei mir im Kellerraum im Erdgeschoss unter meiner Wohnung im Obergeschoss. Da wir im September 2024 unter der Bodenplatte des Hauses bereits Leerrohre zwischen Technikraum (Hausanschlusskasten und Zählerschrank) und Kellerraum sowie Kellerraum und Parkplatz (Carport für PV, Wallbox) verlegt hatten, haben wir uns zusammen mit unserem Installateur dafür entschieden den Zählerabgreifpunkt bis in meinen Keller durchzulegen und von dort aus die Unterverteilung der Wohnung anzuschließen, sodass alles von Tesla Backup Gateway gesteuert bzw. erkannt werden kann.
Das Aufstellen der Powerwall war ziemlich schnell erledigt, sie wurde geliefert und angebracht (jedoch ohne Dolly 🐑), und per Halterung wurden die 130kg an der Wand befestigt. Die Verkabelung hat dann mein Vater (Elektromeister) wie vorher abgesprochen durchgeführt, und so sieht die fertige Wand ohne Abdeckung der Powerwall aus (noch ohne angeschlossene PV Strings vom Balkon):

Powerwall 3P Event Gigafactory Berlin

Am Installationstag bekam ich außerdem die Information zum Launch Event der Powerwall 3P und ich fragte über meinen Installateur ein Ticket für das Event an. Alles verlief erfolgreich und so hatte ich die Möglichkeit am 23.04.2026 mit nach Berlin zu fahren und am nächsten Tag noch an einer Werksführung in der Gigafactory Berlin Grünheide teilzunehmen:

Am interessantesten war alles rund um Tesla Home, was an dem Event vorgestellt wurde und was demnächst ausgerollt wird. Dort konnte ich auch mit den Entwicklern der Software reden, was zu sehr interessanten Gesprächen führte. Einer erzählte mir viel zum Strommarkt in den USA und zu seiner Powerwall, seinem Ertrag mit VPP und so weiter. Letztendlich konnten sie leider aber kaum Neues preisgeben, außer das, was im Rahmen der Vorstellung veröffentlicht wurde, bzw. dem was man auch auf den Dokumentationsseiten im Internet finden kann.

Vielleicht noch abschließend die Gründe warum ich mich für die Powerwall 3 und nicht die neue 3P entschieden habe:

  • im Komplettpreis minimal günstiger als die 3P, auch wenn höhere Preis der 3P durch das günstigere Backup Gateway nicht viel höher ausfällt
  • bessere Verfügbarkeit, die Powerwall 3P ist gerade erst lieferbar
  • 450€ Cashback für die Powerwall 3 (tesla.com/rebate, mydealz.de)
  • da wir bei der Verkabelung der Wohnung schon die einzige Notstrom-Phase der Powerwall beachtet haben, habe ich kaum Nachteile

Einphasiger Notstrom

Der eigentliche Grund, warum ich meine Powerwall bis heute fast ausschließlich im Notstrom-Modus betrieben habe, ist jedoch ein anderer: Die Powerwall bleibt bei Verbräuchen unter ~100 Watt im Standby-Modus und zieht den Strom dann aus dem Netz statt aus der Batterie. Das System macht das, um bei minimaler Last (z. B. nachts) hohe Wandlungsverluste des großen Wechselrichters zu vermeiden.

Da mir aktuell noch die offizielle Einspeiseerlaubnis (Permission to Operate) fehlt und die Powerwall die PV-Erzeugung bei vollem Akku und meinen temporären 3 Modulen einfach abschaltet, war der Notstrom-Modus die einfachste Lösung. So erzwinge ich die Entladung auch bei geringer Last, hebele die Standby-Schwelle aus und nutze meinen produzierten Strom effektiv.

Erstes PV Setup mit 3 Paneelen

Wie schon erwähnt habe ich 3 PV Paneele mit je 450 Watt temporär auf meinem Balkon aufgestellt. Sie sind befestigt auf fünf Europaletten bis mein Strombetreiber die Netzverträglichkeitsprüfung beantwortet und ich das Balkonkraftwerk und mein Carport inkl. PV Anlage stehen habe.

Der Ertrag der kleinen Anlage sah im April so aus:

Das Diagramm stammt aus der Web-App von Netzero. Netzero habe ich damals bei der Recherche gefunden, als ich nach einem Weg gesucht hatte die Powerwall mit einem dynamischen Stromtarif wie Tibber zu automatisieren. Aktuell nutze ich Netzero Basic, da es meiner Meinung nach die entspannteste Lösung ist um die Powerwall Diagramme am Desktop im Internetbrowser zu betrachten, da mir der Weg über die Tesla App am Desktop zu umständlich ist. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, wie BatteryProfit, die Integration für Home Assistant oder TRMNL (habe vor mir demnächst ein TRMNL X zu bestellen).

PV Ausbaustufen

Mein Plan ist im Laufe des Jahres 7kWp zu installieren:

  • ~ 1kW am Balkongeländer mit 2 Modulen
  • ~ 5kW auf dem Carport Dach mit 10 Modulen
  • ~ 1kW an der Rückwand vom Carport in Südwestausrichtung

Dafür läuft aktuell die Netzverträglichkeitsprüfung, außerdem ist das Carport noch nicht bestellt. Das Ganze wird also noch etwas dauern, daher mein temporäres PV Setup wie oben beschrieben.

Dynamischer Tarif: Octopus Go

Wie oben erwähnt, hatte ich zuerst vor Tibber zu nutzen. Jedoch ist mir beim Betrachten der Preise im Jahresverlauf aufgefallen, das diese nicht wirklich attraktiv sind für jemanden, der die Möglichkeit hat eine eigene PV Anlage zu betreiben. Also habe ich mich weiter umgeschaut und bin ziemlich schnell auf Octopus Energy gestoßen. Da der Tarif Intelligent Octopus keinen Batteriespeicher von Tesla unterstützt, um den SmartConnect Bonus gutgeschrieben zu bekommen, blieb bei meiner Powerwall nur der Tarif Octopus Go übrig, um auch die Powerwall im Winter günstig laden zu können.
Beim Vertragsabschluss habe ich einen Preis von 0,21€/kWh von 0 bis 5 Uhr und einen Preis von 0,31€/kWh für die restliche Zeit angezeigt bekommen. Stand jetzt bin ich aber immer noch im Vortarif. Mein Smart Meter ist schon seit dem 17. April installiert, jedoch sagt mir das Dashboard:

Ausblick

Da ja aktuell Sommer ist, mit genug PV Ertrag für meinen Alltag ist mir das Smart Meter erstmal egal, interessant wird der günstigere Nachtstrom erst für mich im Herbst. Vielleicht sind wir dann auch schon weiter mit Carport, PV, Wallbox (aktuell lade ich mein Model 3 entweder über den Mobile Connector oder an der PV Anlage bei meinen Eltern, ich fahre aber auch viel weniger mit meinem Auto da ich durch den Umzug einen Bahnhof für den Arbeitsweg und Supermärkte im Ort habe).

Außerdem wird sich meine Grundlast eher erhöhen als verkleinern in den nächsten Wochen, ich bin mal gespannt, ob ich dann einen höheren Prozentwert für die Eigenversorgung in der App sehe.

Der Plan für den Winter ist dann aber den günstigen Nachstrom von Octopus zu Speichern und diesen dann tagsüber zu nutzen. Allerdings muss dafür auch noch das Tesla Home Update für meine Powerwall 3 freigegeben werden. Aktuell ist sie auf der Firmware 26.10.3, aber die letzten Versionshinweise beinhalten den Home Status (KI Zusammenfassungen + Einblick in die Entscheidungen der Powerwall) und die Unterstützung für dynamische Tarifpläne, was ja schon mal einen Ausblick darauf gibt was demnächst kommen soll.

Author: Peter Gerhards